Bass Mountain.
Zwei Berge. Eine Idee.
Alex Bau über den Schritt nach Werfenweng, Vertrauen vor dem Line-up und den richtigen Sound zur richtigen Tageszeit.
Im Gespräch mit Alex Bau · Bass Mountain
House auf der Sonnenterrasse, Drum & Bass vor einer Pistenraupengarage: Bei Bass Mountain gehört der Ort zur musikalischen Idee. Das Team bringt Clubmusik in die Berge und setzt darauf, dass die Gäste dem Tag als Ganzem vertrauen. Mit Werfenweng kommt im Jänner 2027 ein zweites Skigebiet zum Kasberg dazu. Alex Bau erzählt, was ihn oben auf der Bischlinghöhe überzeugt hat, warum Namen auf einem Plakat nicht alles vorwegnehmen sollen und wie Wintersport und Tanzen zusammenfinden.
Bass Mountain verbindet einen Tag im Skigebiet mit House, Techno und Drum & Bass. Für 2027 sind der Kasberg bei Grünau am 16. Jänner und erstmals Werfenweng am 23. Jänner angekündigt. Das Ticket umfasst laut Veranstalter auch einen Tagesskipass; die Tanzflächen sind ohne Ski erreichbar. Stand 23. Oktober 2026 läuft der Vorverkauf für Werfenweng, während der Start für den Kasberg laut aktuellem Veranstalterhinweis noch aussteht. Das Gespräch mit Alex Bau entstand per E-Mail; die Antworten wurden behutsam redigiert und ins Englische übersetzt. Die Bilder zeigen Rückblicke auf frühere Ausgaben.
Raus aus der Stadt, hinein in den Moment.
Wie ist die Idee zu Bass Mountain entstanden? Erinnerst du dich noch an einen Moment bei einer der ersten Ausgaben, in dem du gemerkt hast: Genau dafür wollten wir das machen?
Die Idee entstand durch die Verbindung unserer Leidenschaften: elektronische Musik und Natur! Wenn man über elektronische Musik spricht, landet man immer ganz schnell im urbanen Kontext. Wien, Berlin, London etc. Aber so reizvoll der Urban Lifestyle auch ist: In der Natur und vor allem in den Bergen ist der Vibe einfach ein anderer, viel entspannter, und man kann besser vom Stress des Alltags loslassen.
Wenn dann die richtige Musik läuft, kommt es zum „Aha“-Erlebnis.
Ein Panorama, das die Entscheidung trifft.
Mit Werfenweng kommt im Jänner ein zweites Skigebiet dazu. Was habt ihr euch dort beim ersten Besuch angesehen oder angehört, um zu entscheiden, ob Bass Mountain an diesem Ort funktionieren kann? Was wird dort anders als am Kasberg?
Wir kannten Werfenweng beziehungsweise die Gegend schon viele Jahre von der Durchreise auf der A10 Richtung Süden. Selbst auf der Autobahn ist das Bergpanorama dort schon beeindruckend, obwohl man noch gar nicht so richtig weit oben unterwegs ist.
Als wir dann das erste Mal mit der Bergbahn auf die Bischlinghöhe hochgefahren sind, standen wir mit offenem Mund da und dachten: „Krass, das kann ja nicht wahr sein, was für ein Panorama!“ Da war die Entscheidung klar!
Der Event ist der Star!
Das Vertrauen kommt vor dem Line-up.

Ihr veröffentlicht das Line-up bewusst erst im Dezember. Was muss jemand bei einem Bass-Mountain-Tag erleben, damit er beim nächsten Mal auch dann wiederkommt, wenn er noch keinen der gebuchten Namen kennt?
Wir wollen, dass die Gäste mit einem wirklichen „open mind“ zu uns kommen. Sobald man ein Line-up zu einem Event liest, geht der Film und die Erwartungshaltung im Kopf los, und die eigentliche Idee des Events rückt in den Hintergrund. Das wollen wir auf keinen Fall.
Der Event ist der Star! Und der Event besteht aus der Location, den Gästen, der Musik und erst dann aus den Künstlern, die quasi nur den perfekten Soundtrack für das Gesamterlebnis liefern sollen.
Und genau diesen „Open Mind“-Effekt haben unsere Gäste, und deshalb stellen sie auch nie Fragen zum Line-up. Sie wissen ja, was kommt: House, Techno, Drum & Bass, undergroundig, real, authentisch.
Abgesehen davon ist es dann umso schöner zu sehen, wenn sie manchmal erst wenige Wochen oder am Tag vor dem Event vom Line-up überrascht werden.
Jeder Ort braucht seinen eigenen Sound.
Am Kasberg liegen zwischen Sonnalm, Pistenraupengarage und Talstation ganz unterschiedliche Situationen. Wie plant ihr dafür die Musik? Nimm uns gern an einem Beispiel mit: Welcher Sound funktioniert an einem Ort besonders gut und würde an einem anderen nicht passen?
Auf einer sonnigen Terrasse am Nachmittag hören sich House und melodischer Techno einfach besser an und schaffen einen besseren Vibe als zu harter und zu schneller Sound. Energie ja, aber immer passend zur Tageszeit und zur Stimmung.
Auf dem Vorplatz einer „roughen“ Pistenraupengarage passt Drum & Bass sehr gut. Es gibt kein Patentrezept, man muss es ausprobieren und fühlen. Alles ist im Flow und entwickelt sich.
Ein gemeinsamer Tag, mit oder ohne Ski.

Auch ohne Ski soll man bei euch einen guten Tag haben können. Wie gestaltet ihr das Miteinander von Leuten, die vor allem wegen des Wintersports kommen, und denen, die hauptsächlich tanzen möchten? Gab es eine Rückmeldung von Gästen, nach der ihr etwas verändert habt?
Das war bisher nie ein Problem, denn unser musikalischer Anspruch zieht ja auch das entsprechende Publikum. Der ideale Gast erlebt den Berg und die Natur am Morgen auf Ski, dann ist der Kopf frei und die Musik entfaltet ihre Wirkung.
Bis jetzt haben wir auch die Skifahrer immer mit dem Virus der elektronischen Musik angesteckt, und das wird auch 2027 wieder so sein. Klar, wir sind ganz anders als das typische „Après-Ski“, das ist unverkennbar, aber genau das wissen unsere Gäste zu schätzen. Egal ob sie mit Vorsatz oder zufällig vorbeigekommen sind.
Bass Mountain
Interview per E-Mail · Redaktion und Bildgestaltung: SCENE:ID. Tobias Kalleder / INDIVISUALISTS.COM · SCENE:ID Bildgestaltung · Tobias Kalleder · SCENE:ID Bildgestaltung