ID: INTERVIEW · AUSTRIA

Clown Camp.

Mehr als ein erster Slot.

Vier Contest-Gewinner, zwei Camps und eine Frage: Wie wird aus einer ersten Gelegenheit ein Platz in der Szene?

Fabian · Clown Camp
Die große Clown-Bühne vor dem Publikum in Ried
Foto: Jana Sophie Zellinger

Nach dem Instagram-Voting ist die Arbeit für Clown Camp nicht erledigt. Die Gewinner sollen dieselben Bedingungen bekommen wie regulär gebuchte Artists – mit Technik-Infos, Zugang und Kontakten zu den anderen Acts. Vor der Halloween-Ausgabe am 31. Oktober 2026 erzählt Fabian von Clown Camp, wie Mondsee und Ried musikalisch zusammenhängen, warum Hardstyle einen eigenen Raum braucht und was nach dem ersten Set bleiben soll.

Clown Camp ist ein österreichisches Halloween-Festival der Wanderzirkus-Familie mit Camps in Mondsee und Ried im Innkreis. Im Gespräch geht es um seine elektronische Seite: House, Drum and Bass, Harder Styles und die Entwicklung neuer DJs.

01 / IM GESPRÄCH

Nach dem Voting beginnt die Arbeit

Blick vom DJ-Pult ins Publikum des Clown Camp in Mondsee
Foto: Patrick Ziebermayr

Ihr habt vier Plätze über euren DJ-Contest vergeben. Was passiert für die Gewinner zwischen der Zusage und ihrem ersten Set bei euch? Mich interessiert, wie ihr sie bei der Vorbereitung begleitet und gemeinsam den passenden Platz im Abend findet.

Wir haben heuer vier Gewinner, je einen pro Floor: PumpKings im Head Quarter Mondsee, Lellix auf dem Hardstyle-Floor in Mondsee, Pavocx im Head Quarter Ried und Brassrage in der Chamber of Secrets in Ried. Gewählt wurde per Voting auf Instagram, den Floor haben wir dann nach dem Camp-Wunsch aus der Bewerbung vergeben.

Ab der Zusage behandeln wir die Gewinner genauso professionell wie jeden regulär gebuchten Artist. Sie bekommen dieselben Infos, die Technik-Infos, Zugang zu allen Bereichen und was sonst dazugehört. Wir unterstützen sie auf dem Weg zu ihrer Show und vernetzen sie mit den Artists rundherum. Für viele ist das eine richtig große Chance.

02 / IM GESPRÄCH

Zwei Camps, eigener Charakter

Mondsee und Ried sind zwei unterschiedliche Orte mit unterschiedlichen Räumen. Welche musikalische Entscheidung trefft ihr für einen der Standorte bewusst anders als für den anderen? Erzählt gern an einem konkreten Floor.

Grundsätzlich wollen wir an beiden Standorten dieselbe Qualität und ähnliche Styles bieten. Jedes Camp hat aber seinen eigenen Charakter. In Mondsee arbeiten wir mit der Kick Force Crew zusammen, die den Hardstyle-Floor hostet und ihre Szene einfach am besten kennt.

Ein besonderes Highlight daraus: Die letzte halbe Stunde am Main Floor gehört der Kick Force als "Resident Rumble".

In Ried gibt es eine starke lokale Szene, die wir vor Ort bewusst unterstützen. Pavocx zum Beispiel kommt aus der Gegend und wollte unbedingt in Ried spielen. Febration verbindet die beiden Camps, er spielt in derselben Nacht ein Set in Mondsee und eins in Ried.

Kein Artist soll sich verstellen müssen.
03 / IM GESPRÄCH

Ein Raum für den eigenen Sound

Lichtstrahlen über dem Floor des Clown Camp in Mondsee
Foto: Patrick Ziebermayr

Bei euch kommen an Halloween auch Menschen zusammen, die nicht jedes Wochenende auf einem Harder-Styles-Floor stehen. Wie gebt ihr den DJs Raum für ihren eigenen Sound und schafft zugleich einen Einstieg für diese Gäste?

Über die Räume. Das Head Quarter ist der große Floor für alle. Hardstyle hat einen eigenen Raum, in dem die DJs ihren Sound kompromisslos spielen können. Wer neugierig ist, geht einfach mal rüber.

In Mondsee holen wir Hardstyle zum Schluss auch auf den Main Floor, mit der Resident Rumble der Kick Force. Damit landen auch die Leute auf Hardstyle, die den ganzen Abend im Head Quarter waren.

04 / IM GESPRÄCH

Nicht jede Nacht braucht dieselbe Reihenfolge

Wenn ihr die Reihenfolge der Sets festlegt: Wie erkennt ihr, dass zwei Acts einander musikalisch gut weiterführen? Gab es bei der Planung schon einmal eine Kombination, die auf dem Papier ungewöhnlich wirkte, aber genau deshalb gepasst hat?

Unser Grundsatz: Kein Artist soll sich verstellen müssen. Wir planen jeden so gut wie möglich in seiner musikalischen Komfortzone ein, House eher am Anfang des Abends, Drum and Bass eher zum Schluss.

Wir haben aber in den letzten Jahren auch immer wieder experimentiert, zum Beispiel mit einem größeren House-Artist als Headliner zur Primetime. Das hat jedes Mal überraschend gut funktioniert. Genau das macht für uns ein Festival aus: dass man auch einmal etwas Unorthodoxes macht, das nicht dem üblichen Aufbau einer Resident-Nacht im Club folgt.

05 / IM GESPRÄCH

Ein Einstieg, der weiterführt

Was soll für die DJs aus eurem Umfeld nach Halloween weitergehen? Gibt es jemanden, der über eine erste Gelegenheit bei euch inzwischen einen festen Platz in euren Veranstaltungen gefunden hat?

Der Contest ist für uns bewusst ein Einstieg und kein einmaliges Ding. LUB hat bei uns einmal den Contest gewonnen und ist heuer regulär gebucht, bei JONIX war es genauso. Pavocx war schon letztes Jahr im Finale und hat es heuer geschafft.

Wer bei uns gespielt hat, hat eine gute Referenz in der Hand, und wir haben schon bei vielen beobachtet, dass es danach richtig gut weitergegangen ist. Wir wollen uns nicht anmaßen, dass das nur an uns lag, aber ein guter Beitrag war es sicher.

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Clown Camp

Interview per E-Mail · Redaktion und Bildgestaltung: SCENE:ID. Jana Sophie Zellinger · Patrick Ziebermayr