ID: INTERVIEW · AUSTRIA

Dropstar.

Mitten im Sound.

Dropstar über seinen musikalischen Wandel, die Nähe einer 360°-Bühne und Shows, in denen Musik, Licht und Visuals zusammenspielen.

Im Gespräch mit Kevin Michael Haas · Dropstar
Dropstar · Kevin Michael Haas
Foto: Dropstar (bereitgestellt) · SCENE:ID art direction

Für Dropstar endet ein Set nicht am Mischpult. Der Kärntner DJ und Produzent Kevin Michael Haas arbeitet auch mit Licht, Ton und Video für Fernsehen und Radio. Diese Perspektive prägt seinen Blick auf die Bühne: Wie greifen Klang und Bilder ineinander, und was passiert, wenn das Publikum nicht vor ihm, sondern rings um ihn steht? Vor seinem angekündigten Auftritt bei Night Campus am 7. November im Grazer Dom im Berg spricht er über veränderte Vorlieben, ein Album in Arbeit und einen persönlichen Veranstaltungswunsch.

Dropstar ist der österreichische DJ und Produzent Kevin Michael Haas. Neben seiner eigenen Musik entwickelt er mit DJ AM3LLO das Veranstaltungskonzept Vibe Vision und ist Teil von Eventify. Fünf Fragen per E-Mail; Antworten vom 19. Oktober 2026, behutsam redigiert und ins Englische übersetzt.

01 / IM GESPRÄCH

Ein Sound, der mitwächst.

Deine ersten Veröffentlichungen kamen aus dem Hypertechno. Was hat sich seither an deinem Musikgeschmack verändert, und wohin zieht es dich heute?

Tech House und Bass House waren eigentlich schon seit meinen Anfangszeiten als DJ ein fester Bestandteil meines Musikgeschmacks. Mit den Jahren und durch zahlreiche Festivalbesuche bin ich dann immer mehr auf den Geschmack von Techno und Hard Techno gekommen. Gemeinsam mit meinem Bro DJ AM3LLO haben wir sogar ein eigenes Veranstaltungskonzept ins Leben gerufen, bei dem wir auf eine 360-Grad-Bühne und eine Mischung aus Drum & Bass, Techno und Hard Techno setzen. Das Konzept ist beim Publikum immer sehr gut angekommen.

Die Idee, damals zwei Hypertechno-Tracks zu veröffentlichen, war eigentlich ganz einfach: Einerseits war zu dieser Zeit gerade der große Hypertechno-Hype, andererseits wollte ich Musik produzieren, die richtig Stimmung macht, aber trotzdem gewisse Techno-Elemente beinhaltet. Genau dafür hat Hypertechno damals perfekt gepasst.

Wenn man mich heute fragen würde, ob ich noch einmal Hypertechno produzieren würde, wäre meine Antwort allerdings ein klares Nein. Ich habe mich musikalisch und auch produktionstechnisch in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt und viele neue Erfahrungen gesammelt.

Mittlerweile arbeite ich seit über zwei Jahren an einem kleinen Album, das genau den Sound widerspiegeln soll, für den ich heute als DJ stehe. Darauf werden Tracks zu hören sein, die meinen aktuellen Musikgeschmack und meinen persönlichen Style repräsentieren.

02 / IM GESPRÄCH

Zwischen Zufall und Perfektion.

Dropstar mit Kopfhörern am Mischpult während eines Auftritts.
Foto: Dropstar (bereitgestellt) · SCENE:ID art direction

Womit fängst du beim Produzieren an, und wie gehst du mit Ideen um, die ein paar Tage später nicht mehr funktionieren?

Ganz ehrlich? Ich habe da eigentlich keinen genauen Ablauf, nach dem ich beim Produzieren immer vorgehe. Manchmal entstehen durch Zufall Sounds, die mir gefallen und mit denen ich dann einfach herumexperimentiere und versuche, etwas Neues zu kreieren. An anderen Tagen habe ich wiederum schon eine ganz bestimmte Vorstellung im Kopf, die ich unbedingt umsetzen möchte.

Ich habe bestimmt schon mehr Produktionen gelöscht als fertiggestellt. Aber ich glaube, das kennen viele Produzenten da draußen: Man arbeitet stundenlang an einem Track, ist im ersten Moment total begeistert und hört ihn sich ein paar Tage später noch einmal an – und plötzlich ist man überhaupt nicht mehr zufrieden damit.

Da ich auch beruflich als Tonmeister für Fernsehen und Radio arbeite, lege ich natürlich besonders großen Wert auf die Qualität meiner Produktionen. Vielleicht bin ich da manchmal sogar etwas zu perfektionistisch und stehe mir dadurch selbst im Weg.

Einen festen Ablauf gibt es bei mir also nicht. Manchmal starte ich mit einem Drop, manchmal mit einem Build-up und arbeite mich dann Schritt für Schritt an den Rest des Tracks heran.

Ich habe bestimmt schon mehr Produktionen gelöscht als fertiggestellt.
03 / IM GESPRÄCH

Die Crowd ringsum.

Dropstar am DJ-Pult mit einem weiteren DJ und dem Publikum im Hintergrund.
Foto: Dropstar (bereitgestellt) · SCENE:ID art direction

Bei Vibe Vision spielt das 360°-Setup eine wichtige Rolle; auch Night Campus ist so angekündigt. Was verändert sich für dich beim Auflegen, wenn die Leute rings um dich stehen?

Ich finde, bei einer 360°-Stage ist der Vibe einfach noch einmal etwas ganz Besonderes. Die Interaktion mit der Crowd ist viel direkter und persönlicher, weil man als DJ quasi mittendrin steht und gemeinsam mit den Leuten auf dem Dancefloor feiert. Dadurch entsteht von Anfang an eine ganz andere Energie, und man spürt die Stimmung des Publikums noch viel intensiver.

Gerade das macht für mich den Reiz an diesem Konzept aus. Man bekommt die Reaktionen der Leute aus allen Richtungen mit und kann dadurch auch viel spontaner auf die Crowd eingehen und sein Set entsprechend anpassen.

Mir persönlich macht dieses Setup immer mega viel Spaß, und ich freue mich jetzt schon riesig auf den 7. November im Dom im Berg in Graz!

04 / IM GESPRÄCH

Wenn die Show zusammenkommt.

Blick von der Bühne auf Dropstar, die Bühnentechnik und das Licht über dem DJ-Pult.
Foto: Dropstar (bereitgestellt) · SCENE:ID art direction

Du arbeitest auch mit Licht, Ton und Video. Was macht für dich eine gute Show aus, und was wünschst du dir dabei von den Menschen an der Technik?

Da ich auch beruflich viel mit Licht, Ton und Video zu tun habe, lege ich natürlich besonders großen Wert auf die Professionalität und das Gesamtbild einer Show. Am liebsten hätte ich bei jedem meiner Gigs eine komplett durchprogrammierte Licht- und Visualshow, die perfekt auf meine Musik abgestimmt ist. Leider ist das aus Kostengründen natürlich nicht immer möglich.

Ich bin aber der Meinung, dass ein DJ noch so gut sein kann – wenn dann auch noch die Visuals und das Licht perfekt auf die Musik abgestimmt sind, hebt das die gesamte Show auf ein ganz anderes Level.

Gerade deshalb freue ich mich immer riesig, wenn ich auf motivierte und kreative Lichttechniker treffe, die nicht einfach nur ein automatisiertes Lauflicht laufen lassen, sondern die Musik wirklich mitfühlen und die Show aktiv mitgestalten. Natürlich sollte der Sound auch gut passen und nicht vernachlässigt werden.

Für mich sind es oft genau diese Momente, in denen Musik, Licht und Visuals perfekt zusammenspielen, die einen Auftritt zu etwas ganz Besonderem machen. Und ich glaube, genau solche Momente bleiben nicht nur mir als DJ, sondern auch den Gästen noch lange in Erinnerung.

05 / IM GESPRÄCH

Gemeinsam etwas bewegen.

Was bedeutet dir die Zusammenarbeit bei Eventify, und welches eigene Veranstaltungsprojekt möchtest du noch verwirklichen?

Eventify ist eine Gruppe aus richtig guten DJs, die gemeinsam ein Rundum-sorglos-Paket für Schulbälle und andere Veranstaltungen anbietet. Von DJs über Licht- und Tontechnik bis hin zu Fotografen und Videografen kommt bei uns alles aus einer Hand.

Wir haben gemeinsam schon einige richtig geile Bälle gespielt, und es macht jedes Mal aufs Neue mega viel Spaß, mit den DJ-Kollegen auf der Bühne zu stehen. Gerade der Austausch untereinander und die gemeinsamen Auftritte sind immer wieder etwas Besonderes.

Was ich in Zukunft aber unbedingt einmal umsetzen möchte, ist eine eigene, größere Veranstaltung, deren Erlös der Kärntner Kinderkrebshilfe zugutekommen soll. Das ist tatsächlich schon länger ein Wunsch von mir, weil ich gerne meine Leidenschaft für Musik mit einem guten Zweck verbinden würde.

Natürlich ist so ein Event mit enorm viel Planung, hohen Kosten und einem gewissen finanziellen Risiko verbunden. Trotzdem würde ich dieses Projekt unglaublich gerne verwirklichen. Denn ich bin der Meinung: Wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen. Und wenn man mit etwas, das man selbst liebt, gleichzeitig anderen Menschen helfen kann, wäre das für mich sowieso das Schönste daran.

Interview per E-Mail · Redaktion und Bildgestaltung: SCENE:ID. Dropstar (bereitgestellt) · SCENE:ID art direction