ID: INTERVIEW · AUSTRIA

MARK Salzburg.

Mehr als ein Gebäude

Alina Schobesberger über das Ankommen im MARK, Begegnungen zwischen Werkstatt und Bar und die Frage, wie ein offenes Kulturhaus sichtbar bleibt.

Alina Schobesberger
MARK Salzburg at night, with its illuminated façade and outdoor staircase.
Foto: MARK Salzburg · Cover-Bearbeitung: SCENE:ID

Wer im MARK Salzburg sein Fahrrad repariert, kann einen Stock höher beim Essen landen und an der Bar auf eine Ausstellung oder die Open Stage treffen. Diese Wege durch das Haus beschreiben ziemlich genau, was Alina Schobesberger an ihrem Arbeitsplatz interessiert: Menschen kommen mit unterschiedlichen Anliegen und finden Gelegenheit, miteinander etwas anzufangen. Zum 60-jährigen Bestehen sprechen wir mit ihr über das Team, gemeinsame Erinnerungen und die nächsten Ideen.

1966 als kirchlich unterstützte Anlaufstelle für Präsenzdiener gegründet, entwickelte sich das MARK über mehrere Standorte zu einem offenen Kulturhaus. Nach dem Verlust seines Hauses in Aigen 2007 organisierte der Verein auch ohne eigenen Veranstaltungsort weiter Programm; 2012 bezog er die Hannakstraße 17. Heute stehen dort Konzerte und Clubnächte neben Literatur, Ausstellungen, Community Kitchen und Bike Kitchen. Alina Schobesberger arbeitet in PR, Social Media und Projektplanung. Für dieses schriftliche Gespräch im Oktober 2026 hat sie auch das länger bestehende Team einbezogen.

01 / IM GESPRÄCH

Aus zwei Monaten wird mehr

Die rote MARK-Leuchtschrift über Stühlen in der Bar.
Foto: Pressebilder: MARK Salzburg · SCENE:ID Farbgestaltung

Wie bist du selbst zum MARK gekommen? Was ist dir aus deiner ersten Zeit dort besonders in Erinnerung geblieben?

Ich habe beim Literaturwettbewerb „Wir lesen uns die Münder wund“ mitgemacht und ein Praktikum im MARK absolviert. Eigentlich hätte es nur zwei Monate dauern sollen. Weil es mir aber so gut gefiel, habe ich verlängert. Inzwischen bin ich im MARK angestellt und arbeite in PR, Social Media und Projektplanung.

Viele aus unserem Team sind über ein Praktikum dazugekommen. Man kann hier als Praktikant*in sehr flexibel arbeiten und hat den Raum, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen.

02 / IM GESPRÄCH

Was bleibt, wenn der Ort fehlt

Das heutige MARK-Gebäude mit Außentreppe und Transparent.
Foto: Pressebilder: MARK Salzburg · SCENE:ID Farbgestaltung

Das MARK hatte mehrere Jahre keinen festen Veranstaltungsort. Wie hat das Team es damals geschafft, trotzdem weiterzumachen?

Ich war zu dieser Zeit noch nicht Teil des Teams. Aber ich denke, entscheidend waren vor allem der Zusammenhalt und die Leidenschaft für die Kulturarbeit – genauso wie die Bereitschaft, flexibel zu sein.

Das zeigt auch, dass das MARK mehr ist als nur ein Gebäude. Es sind vor allem die Menschen, die dahinterstehen, und die Leute, die unsere Veranstaltungen besuchen und gerne kommen.

Das MARK ist mehr als nur ein Gebäude – es sind vor allem die Menschen, die dahinterstehen.
03 / IM GESPRÄCH

Von der Werkstatt an die Bar

Die MARK Bar mit Pflanzen, Klavier und roter Leuchtschrift.
Foto: Pressebilder: MARK Salzburg · SCENE:ID Farbgestaltung

Zu euch kommen Leute zum Feiern, zum gemeinsamen Essen oder zum Radreparieren. Sind das eher getrennte Gruppen, oder lernt man sich über die verschiedenen Angebote auch kennen?

Natürlich gibt es Leute, die wegen einer bestimmten Sache ins MARK kommen, zum Beispiel zur Radwerkstatt. Aber auch da passiert es, dass sie einmal hochschauen und sich bei der Community Kitchen etwas zu essen holen oder ein Getränk an der Bar.

Wenn dort gleichzeitig eine Vernissage, der Kleidertausch oder die Open Stage stattfindet, bekommen sie davon auch etwas mit. Das MARK ist ein Begegnungsort, an dem man mit anderen in Kontakt kommen kann. Dadurch entstehen Verbindungen und vielleicht neue Ideen.

04 / IM GESPRÄCH

Sechzig Jahre, ein gemeinsamer Abend

Blick durch den leeren Veranstaltungssaal auf die Bühne des MARK; Presseaufnahme des Raums.
Foto: Pressebilder: MARK Salzburg · SCENE:ID Farbgestaltung

An welchen Abend im MARK denkt ihr besonders gern zurück? Was ist damals passiert?

Es gibt natürlich viele Tage, an die wir uns gerne erinnern. Besonders präsent ist uns momentan noch unsere 60-Jahr-Feier vor etwa einem halben Jahr.

Es war ein toller Abend, um gemeinsam auf die vergangene Zeit zurückzublicken. Und vor allem, um mit den Menschen zu feiern, die das MARK zu dem machen, was es heute ist.

05 / IM GESPRÄCH

Verbindungen knüpfen, Präsenz zeigen

Tische und gerahmte Arbeiten an der Backsteinwand im MARK.
Foto: Pressebilder: MARK Salzburg · SCENE:ID Farbgestaltung

Was würdet ihr im MARK als Nächstes gern anpacken – und was braucht ihr dafür noch?

Das ist schwer zu sagen – vieles! In nächster Zeit sind ein Queer Film Fest und ein Abschlussfest geplant, um „60 Jahre MARK“ noch einmal zu feiern. Dazu soll es eine Sammelausstellung mit vielen Künstler*innen geben, die in diesem Jahr bereits bei uns ausgestellt haben.

Auch 2027 wird es spannend. Unter dem Jahresschwerpunkt „Vernetzung“ ist unter anderem eine Kooperation mit dem Wurzeltrieb-Kollektiv aus Berchtesgaden geplant. Es soll verschiedene Formate geben, etwa einen Schreibworkshop, einen Malworkshop und vieles mehr.

Außerdem liegt das MARK mitten im Gewerbegebiet. Das stellt uns immer wieder vor die Herausforderung, als Kunst- und Kulturort sichtbar zu sein. Deshalb möchten wir auch architektonisch mehr Präsenz zeigen. Eine Idee wäre, das Gebäude zu erweitern und eine Terrasse zu schaffen, die als zusätzlicher Raum genutzt werden kann.

WEITERENTDECKEN

MARK Salzburg

Interview per E-Mail · Redaktion und Bildgestaltung: SCENE:ID. MARK Salzburg · Cover-Bearbeitung: SCENE:ID · Pressebilder: MARK Salzburg · SCENE:ID Farbgestaltung