Subsurface.
Eine Melodie, die bleibt.
Subsurface über «See The Moon», unveröffentlichte Live-Edits und den Mut, einen Song fertig zu machen.
Subsurface
Ein warmer Juniabend, der Blick in den Himmel und für einen Moment Abstand vom Alltag: So beschreibt Subsurface die erste Idee zu «See The Moon». Seit 2024 führt er das Projekt allein weiter. Im Gespräch unterscheidet er zwischen Songs fürs Radio und Edits für die eigenen Shows, erzählt von seiner Verbindung zwischen Südtirol und Österreich und erklärt, warum ihn eine gute Melodie heute weiterbringt als die Suche nach einer perfekten Produktion.
Subsurface ist ein DJ- und Produktionsprojekt aus Italien mit Wurzeln in Südtirol und einer engen Verbindung zu Österreich. Musikalisch verbindet es Drum & Bass, Dubstep und EDM mit Melodien und Gesang. Die Antworten auf unsere fünf Fragen erhielten wir am 29. Oktober 2026.
Ein Sommerabend im Song
Was war die erste Idee zu «See The Moon», die du unbedingt im fertigen Track behalten wolltest?
Die erste Idee zum Song entstand gegen Anfang des Sommers. Es war Mitte Juni, als es abends draußen wärmer wurde und die Tage länger wurden. Ich bin kein großer Freund der kalten Jahreszeiten, daher ist diese Zeit für mich sehr besonders und sie gibt mir ein gewisses Gefühl der Freiheit. Dieses Gefühl habe ich versucht, mit dem Song zu vermitteln. Einfach abends draußen stehen und in den Himmel schauen. Dabei kann man gut vom Alltag und dem ganzen Stress abschalten und über vieles nachdenken.
Allein weiter, international denken

Seit 2024 führst du Subsurface allein weiter. Bei welchen Entscheidungen im Studio macht sich das für dich am stärksten bemerkbar?
Im Studio hat sich für mich nicht allzu viel geändert. Was sich hauptsächlich geändert hat, sind die Auftritte und Live-Shows. Im Großen und Ganzen habe ich mich jedoch entschieden, mein Projekt mehr auf den internationalen Markt auszulegen und treffe viele Entscheidungen in diese Richtung, unter anderem natürlich auch im Studio.
Eine gute Message ist mir wichtiger als eine perfekte Produktion.
Edits für diesen Moment

Erinnerst du dich an einen eigenen Track, den du nach dem ersten Test vor Publikum noch einmal deutlich verändert hast?
Ich unterscheide sehr stark zwischen Songs, die für Live-Shows geeignet sind, und Songs, die hauptsächlich für Streaming, Radio usw. geeignet sind. Bei Letzteren lasse ich mich eher wenig vom Live-Publikum beeinflussen. Ich mache jedoch auch viele eigene Edits (vor allem Remixe) gezielt für meine Shows. Die passe ich dann schon ständig an und lege auch Wert auf die Reaktion des Publikums. Die meisten dieser Tracks werden jedoch nie veröffentlicht. Die behalte ich für meine eigenen Sets und sende sie höchstens ein paar Freunden. Wer diese hören möchte, muss daher zu meinen Shows kommen :)
Zwischen Südtirol und Österreich

Dein Weg ist mit Norditalien und Österreich verbunden. Welche Begegnung zwischen diesen beiden Szenen war für deine Musik besonders wichtig?
Genau, in Südtirol haben wir ja einen bunten Mix aus traditioneller Tiroler Kultur und vielen italienischen Einflüssen. Musikalisch gibt es da aber schon große Unterschiede. Ich würde behaupten, die Italiener sind im Großen und Ganzen sehr viel ruhiger und melodischer unterwegs, während die Österreicher schon sehr viel Energie mitbringen. Vor allem die Drum & Bass Szene ist in Österreich verhältnismäßig sehr stark vertreten. Ebenso gibt es große Szenen für Hardstyle, Uptempo, Psy und viele weitere sehr energetische Genres. In Italien dominieren hauptsächlich Genres wie Techno, House oder Reggaeton. Daher hat es mich meist eher in Richtung Österreich gezogen.
Eine gute Message
Wenn du heute eine neue Idee anfängst: Was muss sie haben, damit sie für dich nach Subsurface klingt?
Ich möchte Menschen mit meinen Songs inhaltlich und emotional berühren. Ich bin z. B. absolut kein Fan von Künstlern die sich groß inszenieren, wo nichts dahintersteckt. Musik soll authentisch sein. Ich bin auch ein großer Fan von Melodien, die im Kopf bleiben. Eine gute Melodie ist mir meist wichtiger als übertrieben perfekte Produktionen bis ins kleinste Detail. Ich habe mich früher viel zu oft auf kleine Details konzentriert, die der durchschnittliche Hörer dann niemals heraushören wird. Das hat oft sehr viel Zeit gekostet und dann dazu geführt, dass ich den Song nie fertig gemacht habe. Das hat sich zum Glück geändert - eine gute Message ist mir wichtiger als eine perfekte Produktion.
Ich mache Songs heute generell relativ schnell. Wenn ich nach kurzer Zeit nicht von der Idee überzeugt bin, zwinge ich mich nicht, diese fertig zu machen. Diese lasse ich dann oft einfach liegen und komme eventuell später noch mal darauf zurück, oft mit völlig neuen Ideen, die dann auch besser dazu passen. Die meisten Songs, die ich heute release, entstehen jedoch in wenigen Tagen.
Subsurface
Interview per E-Mail · Redaktion und Bildgestaltung: SCENE:ID. Subsurface · courtesy of the artist · Jakob Gutschi · Lukas Corradini · NookTrt