Tamara Flores gewinnt den XA Export Award 2026 nach einstimmiger Entscheidung bei Waves Vienna
Die Wiener Künstlerin erhält 4.500 Euro, weitere 5.000 Euro Toursupport und ein Jahr Exportförderung, während sie sich auf die Latin Grammys vorbereitet.
Tamara Flores hat nach ihrem Auftritt bei Waves Vienna den XA Export Award 2026 gewonnen. Die Entscheidung wurde nach dem letzten Festivalabend am 3. Oktober bekannt gegeben. Eine internationale Jury aus Festivalveranstalter:innen, Booker:innen, Labelmanager:innen und Journalist:innen wählte die stärkste Live-Performance unter sechs österreichischen Nominees. Laut FM4 fiel die Entscheidung für Flores einstimmig aus. Der Preis verbindet Anerkennung mit konkreter Unterstützung. Austrian Music Export zufolge erhält Flores 4.500 Euro von SKE/AUME, Karrierebegleitung durch Austrian Music Export, FM4 und Waves Vienna sowie 5.000 Euro Toursupport des österreichischen Kulturministeriums. Damit ist das Ergebnis mehr als eine Festivaltrophäe: Eine in Wien arbeitende Künstlerin erhält Mittel und Branchenzugänge, die ihre internationale Arbeit im kommenden Jahr stärken sollen. Flores verbindet Gesang, Flöte und Tanz sowie eine klassische Ausbildung mit lateinamerikanischen Rhythmen und spanischsprachigem Songwriting. Ihr Waves-Auftritt fällt in eine Phase erhöhter internationaler Sichtbarkeit. FM4 berichtet, dass das von Rupert Höller inszenierte Video zu „Chingona“ bei den Latin Grammys in der Kategorie Best Short Form Music Video nominiert ist. Gedreht wurde es gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft in Acatlán in Mexiko, dem Heimatort ihrer Mutter. Der XA Award trifft damit auf eine bereits laufende internationale Kampagne. Für die lokale Szene ist auch das Auswahlverfahren relevant. Die Jury beurteilt die Nominees bei ihren Konzerten und nicht allein anhand von Aufnahmen. Waves Vienna führt Aki Traar, Ava Fina, Cute Aggression, Ivery und Peach Tinted gemeinsam mit Flores auf der Shortlist 2026. Die Wahl nach diesen Clubshows rückt Bühnenpräsenz, Performance und die Vermittlung zwischen musikalischen Traditionen ins Zentrum der Exportentscheidung. Für Österreichs elektronische und hybride Szene zeigt das Ergebnis, wie lokale Festivalstrukturen einen starken Auftritt in Tourbudget, professionelle Begleitung und internationale Sichtbarkeit übersetzen können. Flores lässt sich keinem einzelnen Genre zuordnen. Ihre Produktion, Bühnensprache und kulturübergreifende Arbeitsweise gehören jedoch zu jenem offenen Feld, in dem sich Wiens elektronische, popkulturelle und experimentelle Szenen zunehmend begegnen. Aus Sicht von SCENE:ID ist der Preis ein konkreter Test für Exportförderung: Entscheidend wird sein, was die Finanzierung und die Unterstützung der Partner nach der Zeremonie tatsächlich ermöglichen. Zu beobachten sind nun Flores' Latin-Grammy-Kampagne, die mit dem Toursupport entwickelten internationalen Termine und die Frage, wie Waves Vienna und seine Partner aus einer einstimmigen Juryentscheidung langfristige Karrieredynamik machen.