Groove Matters: vom Pult auf den Dancefloor

ID: INTERVIEW · GRAZ

GROOVE
MATTERS

Drei Floors. Ein
gemeinsamer Groove.

Von Wohnzimmer-Sets in die Postgarage: Mirco Udovita über Freundschaft, musikalischen Spielraum und den nächsten Schritt von Groove Matters.

Mirco Udovita
micropepp

Eine Crew entsteht lange bevor ihr Name auf einem Flyer steht. Bei Groove Matters waren es gemeinsame Abende zu Hause, neue Tracks und die Lust, selbst aufzulegen. Heute planen Mirco Udovita, Alex Antal, Ciprian Toma und Cristian Belin eine Nacht auf drei Floors der Grazer Postgarage. Mirco, der als micropepp selbst spielt, erzählt, wie aus dieser Freundschaft ein Veranstaltungsprojekt wurde.

Bevor es einen Namen gab.

Leoben → Graz
Menschen auf dem Groove Matters Dancefloor

Der erste eigene Abend führte die Freunde nach Leoben. Am 5. März 2022 veranstalteten sie im damaligen KAIF Business Center eine Free Party unter dem Namen BLACK AUT. Lichtsteuerung, Soundsystem und Organisation wurden zum praktischen Lernfeld. Groove Matters in seiner heutigen Form entstand später in Graz.

Wie habt ihr als Groove Matters zusammengefunden? Was hat euch dazu gebracht, aus gemeinsamem Musikgeschmack eigene Veranstaltungen zu machen?

Angefangen hat alles vor etwa sechs oder sieben Jahren. Wir haben bei gemeinsamen Partys zu Hause aufgelegt und uns gegenseitig ständig die neuesten Tracks gezeigt. Aus dieser gemeinsamen Begeisterung für elektronische Musik entstand irgendwann der Wunsch, nicht nur miteinander aufzulegen, sondern auch eigene Veranstaltungen zu organisieren.

Unsere erste Party fand am 5. März 2022 im damaligen KAIF Business Center in Leoben statt. Zu dieser Zeit nannten wir uns noch BLACK AUT. Es war eine Free Party, die genau in die Phase der weitreichenden Öffnungen nach den Corona- Beschränkungen fiel.

Für dieses erste Event haben wir uns vieles selbst beigebracht – etwa die Lichtsteuerung über MIDI – und ein passendes Soundsystem angemietet. Natürlich gab es auch kleinere Anfangsschwierigkeiten. Für uns war der Abend trotzdem ein Erfolg und vor allem eine wertvolle Erfahrung. Groove Matters als heutiges Projekt entstand dann später in Graz.

Mehr Platz für die Musik.

Groove Matters
Begegnungen hinter den Kulissen

Mit jedem Abend wuchs der Wunsch, neben eigenen Sets weitere lokale DJs einzuladen. Drei Floors schaffen dafür Raum. Der 27. November 2026 ist für die Crew zugleich ein Test, ob sich diese Größenordnung langfristig tragen lässt.

Im August wart ihr im Parkhouse und auf dem zweiten Floor der Postgarage, im November bespielt ihr drei Floors. Wann habt ihr gemerkt, dass ihr diesen größeren Schritt wagen wollt?

Bei unseren Veranstaltungen im Parkhouse und auf dem zweiten Floor der Postgarage haben wir gemerkt, dass unser Konzept funktioniert und das Publikum unsere musikalische Entwicklung mitgeht. Gleichzeitig ist mit jedem Event auch unser eigener Anspruch gewachsen.

Uns war von Anfang an wichtig, nicht nur selbst aufzulegen, sondern auch anderen DJs eine Plattform zu geben. Mittlerweile ist es für uns zur Tradition geworden, lokale Artists einzuladen – darunter unseren guten Freund und Unterstützer URBANIST aus Graz. Da wir selbst weiterhin unsere neuesten Tracks präsentieren möchten, waren die Möglichkeiten auf nur einem Floor irgendwann begrenzt.

Mit drei Floors können wir nun deutlich mehr Künstler einbinden und unterschiedliche musikalische Richtungen vollständig ausspielen. Beim kommenden Abend sind erstmals auch zwei DJs aus Berlin dabei. Gleichzeitig ist die Veranstaltung für uns ein wichtiger Praxistest: Wir möchten herausfinden, ob wir ein Event dieser Größenordnung langfristig umsetzen können. Wenn der Abend gut angenommen wird, möchten wir dieses Format fortführen und in Zukunft möglicherweise noch weiter ausbauen. Dadurch eröffnen sich für uns auch neue Möglichkeiten, renommierte nationale und internationale Artists nach Graz zu holen.

Eine Veranstaltung dieser Größe ist allerdings auch mit erheblichen Kosten verbunden. Unser Ziel ist es, die Eintrittspreise für unsere Gäste möglichst fair zu halten, alle Artists angemessen zu bezahlen und gleichzeitig wieder in zukünftige Veranstaltungen zu investieren. Umso dankbarer sind wir für die Unterstützung unserer Partner LuTattoo, Akademie Media, Frida Tattoo Kollektiv und PhiilgoodTattoo. Sie nehmen uns einen Teil der finanziellen Belastung ab und helfen uns dabei, unsere Veranstaltungen in allen Bereichen weiterzuentwickeln.

Der Schritt zu drei Floors fühlt sich für uns daher nicht plötzlich an, sondern wie die logische Weiterentwicklung der vergangenen Jahre – und gleichzeitig wie ein großer und wichtiger Meilenstein für Groove Matters.

Eine Verbindung, die weiterführt.

Groove Matters × OBSCURV
DJ am Pult bei Groove Matters

Die Zusammenarbeit mit OBSCURV begann mit einem Austausch zwischen HYPERTENSION und micropepp. Aus einer Anfrage für einen Track zugunsten eines wohltätigen Zwecks wurde eine engere Verbindung — und schließlich ein gemeinsam gestalteter Abend.

OBSCURV entdecken

Für den 27. November arbeitet ihr mit OBSCURV zusammen. Wie kam der Kontakt zustande, und was bringt jede Crew in den gemeinsamen Abend ein?

Der Kontakt entstand über Instagram zwischen HYPERTENSION und micropepp. Nach einiger Zeit fragte HYPERTENSION bei micropepp an, ob er einen Track für einen wohltätigen Zweck produzieren möchte. Durch diesen Austausch wurde die Verbindung immer enger.

Da HYPERTENSION hinter der eigenständigen Veranstaltungsreihe OBSCURV steht, haben wir die Crew gefragt, ob sie am 27. November den dritten Floor hosten möchte. OBSCURV übernimmt dort die musikalische Zusammenstellung und Organisation, während Groove Matters für das Gesamtkonzept sowie die beiden anderen Floors verantwortlich ist.

Diese Aufteilung ist für uns eine große Bereicherung. Beide Crews können ihre eigenen Stärken und ihre jeweilige musikalische Handschrift einbringen. Gleichzeitig nimmt uns OBSCURV einen wichtigen Teil der organisatorischen Arbeit ab, wofür wir sehr dankbar sind.

Drei Räume, drei Handschriften.

Drei Floors / Postgarage
Tanzen bei Groove Matters

Groove Matters verantwortet das Gesamtkonzept und die ersten beiden Floors. OBSCURV kuratiert und organisiert den dritten. Die Unterschiede sollen hörbar bleiben; den Zusammenhang schaffen die Energie und der Verlauf der Sets.

Von House und UK Garage bis zu Drum & Bass und Hard Techno: Wie schafft ihr bei so unterschiedlichen Sounds eine Nacht, die sich trotzdem nach Groove Matters anfühlt?

Jeder der drei Floors bekommt eine klar erkennbare musikalische Identität:

Auf dem Mainfloor bewegen sich URBANIST, AMØN, DJ GUESTLIST, micropepp und CI RED zwischen Techno, Hard Bounce und Hard Techno.

Der zweite Floor führt mit CiprianoRo, Belin, Belin R und Osaro von Minimal über Tech House bis hin zu Techno.

Auf dem von OBSCURV gehosteten dritten Floor stehen mit HYPERTENSION, HANNIBAL, KURA MC, MANIC ONE, SINIS, MALPHAZ, J.K.W und CHRONICLES Drum & Bass, UK Garage und Dubstep im Mittelpunkt.

Verbunden werden diese unterschiedlichen Stilrichtungen durch den Groove und einen bewusst geplanten musikalischen Spannungsbogen. Die Sets werden so aufeinander abgestimmt, dass sich die Energie auf jedem Floor im Laufe der Nacht weiterentwickelt. Man soll zwischen den Räumen wechseln, neue Sounds entdecken und trotzdem immer das Gefühl haben, Teil derselben Veranstaltung zu sein.

Für uns bedeutet Groove Matters nicht, sich auf ein einzelnes Genre festzulegen. Entscheidend sind die Qualität der Musik, der gemeinsame Flow und die Energie auf der Tanzfläche.

Was nach der Nacht bleibt.

Graz
Gemeinsame Energie auf dem Dancefloor

Mirco kümmert sich um Organisation und Agenturkontakte, Alex Antal ist vor Ort eine Ansprechperson. CiprianoRo und Belin prägen den Bereich House, Minimal und Tech House. Zur gemeinsamen Arbeit gehört auch die Frage, wie Gäste empfangen und unterstützt werden.

Wenn jemand zum ersten Mal bei euch feiern geht: Welche kleine Sache würde euch besonders freuen, wenn sie ihm auffällt – etwas, in das ihr viel Arbeit steckt, obwohl es nicht auf dem Flyer steht?

Besonders freuen würde uns, wenn sich jemand bereits beim Ankommen willkommen fühlt. Freundlichkeit, gegenseitiger Respekt und ein offener Umgang miteinander sind uns sehr wichtig. Wir veranstalten diese Abende, weil wir selbst Musik und das gemeinsame Feiern lieben – und genau dieses Gefühl möchten wir weitergeben.

Auch innerhalb unserer Crew harmonieren wir sehr gut. Sollte einmal etwas nicht passen, sprechen wir offen darüber und suchen gemeinsam nach einer Lösung. Diese Haltung soll sich auch in der Atmosphäre unserer Veranstaltungen widerspiegeln: Alle sollen Spaß haben können, ohne dabei die Grenzen anderer zu überschreiten.

Unterstützt werden wir dabei von AVA Graz. Das Team wird vor Ort gut erkennbar und bei unterschiedlichen Anliegen ansprechbar sein. Da wir während der Veranstaltung teilweise selbst auflegen und nicht überall gleichzeitig sein können, ist diese Unterstützung für uns besonders wertvoll.

Wenn am Ende nicht nur einzelne Sets, sondern auch der respektvolle Umgang und die angenehme Stimmung in Erinnerung bleiben, haben wir vieles richtig gemacht.