NAAZUK in seinem Studio — fotografische Gestaltung

NAAZUK × AMPLIFY AUSTRIA

Nicht auf die
nächste Chance
warten.

Millionen Streams öffnen nicht jede Clubtür. Chrisjan Wendling über den Weg vom Produzenten zum Mitveranstalter — und die Idee hinter CAGE BREAK.

Die Tür selbst öffnen.

Chrisjan Wendling produziert als NAAZUK elektronische Musik in Kärnten. Er hat sich das Produzieren selbst beigebracht, veröffentlicht eigene Tracks und betreibt Burnin Deep Records. Doch ein Publikum im Netz ist noch kein Platz im Clubprogramm. Diese Lücke beschreibt er aus eigener Erfahrung. Die Antwort darauf entsteht nicht im Studio, sondern im Wohnzimmer seines Nachbarn Matti: Amplify Austria.

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Wie hat Amplify Austria angefangen? Gab es einen bestimmten Abend oder ein Gespräch, nach dem für euch klar war: Jetzt stellen wir selbst etwas auf die Beine?

Eigentlich hat alles ganz unspektakulär angefangen. Matti und ich sind Nachbarn und saßen eines Tages bei ihm im Wohnzimmer. Wir haben uns über die elektronische Musikszene unterhalten und darüber, wie schwierig es mittlerweile geworden ist, als DJ wirklich Fuß zu fassen.

Ich bin selbst als NAAZUK aktiv, produziere Musik, habe meine Reichweite aufgebaut und mittlerweile Millionen Streams gesammelt. Trotzdem merkt man schnell, dass einem diese Zahlen in der DJ-Szene nicht automatisch Türen öffnen. Es ist unglaublich schwierig, an Auftritte zu kommen und sich wirklich einen Namen zu machen.

Dazu kommen die organisatorischen und behördlichen Herausforderungen, wenn man selbst Veranstaltungen auf die Beine stellen möchte.

Irgendwann haben wir uns gefragt: Warum versuchen wir es eigentlich nicht selbst? Warum schaffen wir nicht unsere eigenen Möglichkeiten, aufzutreten und gleichzeitig anderen DJs eine Bühne zu bieten?

Und genau aus diesem Gedanken heraus ist Amplify Austria entstanden.

Natürlich wollen wir geile Partys veranstalten. Aber dahinter steckt mehr: Wir möchten eine Plattform schaffen, auf der junge Talente, DJs, Newcomer und Menschen mit derselben Leidenschaft zusammenkommen können.

Wir wollen nicht nur darauf warten, dass uns jemand eine Chance gibt, sondern selbst Möglichkeiten schaffen. Genau dafür steht Amplify Austria.

Eine Nacht. Mehrere Spannungen.

Aus dem Gespräch wird CAGE BREAK: Am 21. November 2026 soll die erste Amplify-Austria-Veranstaltung im ZOO Club in Klagenfurt stattfinden. Drum & Bass und Neurofunk treffen auf Techno und Hardtechno. Wendling plant die Unterschiede als Teil des Abends. Ob die Übergänge tragen, wird sich auf dem Floor zeigen. Für sein eigenes Set hat er das Verhältnis schon im Kopf.

80/20

DRUM & BASS TECHNO

CAGE BREAK bringt verschiedene elektronische Genres zusammen. Wie plant ihr den Verlauf der Nacht, damit die Wechsel zwischen den Sounds für das Publikum funktionieren?

Uns war von Anfang an wichtig, dass der Abend musikalisch nicht einfach aus einzelnen Sets besteht, sondern dass sich die Energie über die gesamte Nacht entwickelt.

Wir starten mit Drum & Bass und Neurofunk. Danach geht es mit einem DJ weiter, der hauptsächlich Techno spielt, aber auch Drum & Bass einfließen lässt. Dadurch entsteht schon ein natürlicher Übergang zwischen den beiden Genres.

Anschließend übernimmt ICON, der in Klagenfurt in der Drum-&-Bass-Szene schon lange bekannt ist.

Danach bin ich als NAAZUK an der Reihe. Mein Set wird ungefähr zu 80 Prozent aus Drum & Bass und zu 20 Prozent aus Techno bestehen.

Zum Abschluss kommt MAUKAY, der extra aus Salzburg anreist und mit Hardtechno noch einmal eine andere Energie reinbringt.

Wir möchten zeigen, wie gut Drum & Bass und Techno miteinander funktionieren können, auch wenn sie unterschiedliche Charaktere haben.

Natürlich ist CAGE BREAK auch unser erster Versuch mit diesem Konzept. Wir möchten ausprobieren, wie das Publikum darauf reagiert, Erfahrungen sammeln und uns mit jeder Veranstaltung weiterentwickeln.

Wichtig ist uns vor allem, dass jeder DJ genügend Zeit bekommt, seinen eigenen Sound zu präsentieren, und die Besucher nicht nur einzelne Auftritte, sondern einen ganzen Abend erleben.

NAAZUK bei einem früheren Auftritt, mit Publikum im Vordergrund — fotografische Gestaltung
„Wir wollen nicht nur darauf warten, dass uns jemand eine Chance gibt.“

Auflegen. Und den ganzen Abend tragen.

Mit dem eigenen Namen auf dem Flyer verändert sich die Verantwortung. NAAZUK will sein Set spielen; Chrisjan muss zugleich an die anderen Künstler und das Publikum denken. Darin liegt auch der Anspruch von Amplify Austria: Die selbst geschaffene Gelegenheit soll nicht nur den Gründern gehören. Wie weit daraus einmal eine Reihe oder weitere Konzepte werden, lässt er bewusst offen.

Du stehst als NAAZUK selbst im Line-up und bist gleichzeitig an der Organisation beteiligt. Wie verändert sich dein Blick auf einen Abend, wenn du für beides verantwortlich bist?

Wenn man selbst auflegt, konzentriert man sich normalerweise auf sein Set, die Musik und das Publikum.

Als Veranstalter sieht man plötzlich das gesamte Bild. Man beschäftigt sich damit, wie die Atmosphäre entsteht, wie die Künstler zusammenpassen, wie sich die Musik entwickelt und was die Leute am Ende mit nach Hause nehmen.

Für mich ist das eine ganz andere Verantwortung, aber auch eine unglaublich spannende Erfahrung.

Ich möchte etwas erschaffen, bei dem die Leute nach Hause gehen und sagen: „Boah, das war richtig geil. Da will ich unbedingt wieder hin!“

Genau dieses Gefühl wollen wir mit CAGE BREAK erreichen.

Wir möchten außerdem bewusst neue Künstler präsentieren. Deshalb haben wir auch einen Newcomer ins Line-up aufgenommen, dem wir die Möglichkeit geben wollen, vor Publikum aufzutreten und Erfahrungen zu sammeln.

Ich kenne diese Situation selbst. Obwohl ich als NAAZUK schon lange Musik produziere und eine gewisse Reichweite habe, stehe ich als DJ noch nicht so oft auf der Bühne, wie ich gerne würde.

Deshalb weiß ich, wie wichtig solche Möglichkeiten sind.

Was mir dabei besonders wichtig ist: Amplify Austria soll nicht ausschließlich für Drum & Bass oder Techno stehen.

CAGE BREAK ist unsere erste Veranstaltung am 21. November im ZOO Club Klagenfurt. Wir möchten in Zukunft aber auch weitere Events mit eigenen Namen, unterschiedlichen Konzepten und verschiedenen elektronischen Genres organisieren.

Unser Schwerpunkt liegt grundsätzlich auf der elektronischen Musik und der Rave-Kultur. Deshalb können wir uns genauso Veranstaltungen mit Hardstyle, Uptempo oder anderen Musikrichtungen vorstellen.

Was beim nächsten Event musikalisch passiert, ist noch offen. Wir möchten uns bewusst nicht auf einen bestimmten Sound festlegen, sondern auch Newcomern aus anderen Genres eine Bühne bieten.

Sollte CAGE BREAK beim Publikum besonders gut ankommen und die Leute eine Fortsetzung wollen, könnten wir uns natürlich auch vorstellen, daraus eine eigene Eventreihe zu machen. Das ist aktuell aber noch nicht entschieden.

Für uns steht zunächst im Vordergrund, mit unserer ersten Veranstaltung Erfahrungen zu sammeln und darauf aufzubauen.

Kärnten als Ausgangspunkt.

Amplify Austria beginnt mit einem regional geprägten Line-up. Der Blick nach Salzburg ergänzt es, ersetzt aber nicht den lokalen Schwerpunkt. Wendling möchte Menschen zusammenbringen, die elektronische Musik in Kärnten machen und leben. Dieser erste gemeinsame Abend soll ihnen Raum geben.

Wenn jemand die elektronische Szene in Klagenfurt noch gar nicht kennt: Was sollte er dort unbedingt erleben oder verstehen, das auf einem Partyflyer nicht zu sehen ist?

Ich glaube, unser Flyer zeigt schon ziemlich gut, in welche Richtung wir mit CAGE BREAK gehen wollen. Wir haben uns bewusst für diesen etwas härteren, rave-orientierten Look entschieden.

Was man auf einem Flyer aber nicht wirklich sieht, sind die Menschen und die Leidenschaft dahinter.

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, hauptsächlich regionale DJs ins Line-up zu holen. Wir möchten zeigen, wie viel musikalisches Potenzial direkt hier in Kärnten vorhanden ist.

Mit MAUKAY haben wir zusätzlich einen Künstler dabei, der extra aus Salzburg anreist und noch einmal einen anderen Sound mitbringt.

Gerade in Kärnten gibt es viele talentierte Künstler, motivierte Menschen und Leute, die elektronische Musik wirklich leben. Oft fehlt einfach die Möglichkeit, das alles gemeinsam auf einer Bühne zu präsentieren.

Und genau da wollen wir mit Amplify Austria ansetzen.

Für mich ist das Besondere an einem Rave, dass Menschen zusammenkommen, die sich vorher vielleicht noch nie gesehen haben, und trotzdem für ein paar Stunden dieselbe Energie teilen.

Es geht nicht nur darum, wer gerade hinter den Decks steht, sondern um dieses gemeinsame Gefühl, das durch die Musik entsteht.

Wir möchten langfristig möglichst viele Facetten der elektronischen Musikszene zeigen und auch Künstlern eine Chance geben, die mit ihrem Genre bisher vielleicht nur wenige Auftrittsmöglichkeiten in Kärnten hatten.

Ich glaube, man muss so einen Abend selbst erleben, um wirklich zu verstehen, was diese Szene ausmacht.

Was am Morgen bleibt.

Streams und Reichweite lassen sich zählen. Was ein gemeinsamer Abend auslöst, zeigt sich oft in kleineren Momenten. Jemand erinnert sich an einen DJ. Eine Nachricht fragt nach dem nächsten Abend. Noch liegt CAGE BREAK vor ihnen. Wendling weiß bereits, welche Reaktionen ihm etwas bedeuten würden.

Stellt euch den Morgen nach CAGE BREAK vor: Welcher Moment würde euch das Gefühl geben, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat – unabhängig davon, wie viele Leute da waren?

Ich glaube, der schönste Moment wäre, wenn man am nächsten Morgen aufwacht, aufs Handy schaut und Nachrichten bekommt wie: „Was war das bitte für ein geiles Event?“ oder „Wann macht ihr das nächste?“

Wenn wir in Instagram-Storys markiert werden, Videos von der Nacht sehen und merken, dass die Leute wirklich Spaß hatten, dann ist das für mich unglaublich viel wert.

Genauso schön wäre es, wenn jemand schreibt: „Der DJ hat mir richtig getaugt, wann spielt der wieder?“

Denn genau das möchten wir erreichen. Wir wollen nicht nur eine Veranstaltung organisieren, sondern auch unseren Künstlern dabei helfen, gesehen und gehört zu werden.

Natürlich wäre es auch schön, wenn die DJs selbst nach dem Event sagen, dass sie eine richtig gute Zeit hatten und gerne wieder bei uns auftreten würden.

Für mich persönlich geht es bei Musik aber noch um etwas Tieferes.

Ich möchte nicht einfach nur ein Set spielen und wieder nach Hause fahren. Ich möchte Emotionen auslösen. Ich möchte, dass Menschen einen Moment erleben, an den sie sich später noch erinnern.

Das ist auch der Grund, warum ich überhaupt Musik produziere. Weil ich Musik nicht einfach nur höre, sondern wirklich fühle.

Und wenn wir es mit CAGE BREAK schaffen, dass Menschen mit genau diesem Gefühl nach Hause gehen, dann hat sich die ganze Arbeit für mich gelohnt.

AMPLIFY AUSTRIA

CAGE
BREAK

21.11.2026 · 22:00
ZOO Club · Klagenfurt

DRUM & BASS / NEUROFUNK
TECHNO / HARDTECHNO