SAMDMA.

Die Kunst,
loszulassen.
Ein Track, der sich noch einmal verändert. Ideen mit Umek. Und der Moment, in dem Musik das Studio verlassen muss.
Ein Anfang, der keiner bleibt.
SAMDMA kommt aus Wien, produziert seit 2010 Musik und spielt mehrere Instrumente. Zwischen Studio und Bühne liegen für ihn viele Entscheidungen — und manchmal ein kompletter Neuanfang. Wie das klingt, lässt sich an „Hypnosis“ erzählen: einem Track, dessen erste fertige Fassung noch nicht das letzte Wort war.
Wenn du an die Entstehung von „Hypnosis“ zurückdenkst: Was war zuerst da – ein Sound, ein Rhythmus oder eine bestimmte Stimmung?
Die Erstversion von „Hypnosis“ war eigentlich ein 138 BPM schneller Driving-Techno-Song mit einer Rolling Bassline und wurde erst nachdem das Lied fertig war, verlangsamt. Dabei wurde das gesamte „Fundament“ des Songs nochmals umgebaut. Umek und ich haben gemeinsam an Ideen getüftelt, und letztendlich entstand daraus die finale Version des Tracks.

Das neue Tempo verändert das Fundament. Doch SAMDMAs Beschreibung führt auch zu einer kleineren, ebenso entscheidenden Frage: Welcher Klang darf bleiben? Gerade bei den Supersaws zeigt sich, dass Überarbeiten nicht immer bedeutet, das Auffällige zurückzunehmen.
Gab es bei der Arbeit daran einen Moment, in dem du eine Idee fast verworfen hättest, die dann doch wichtig für den Track geworden ist?
Prinzipiell arbeite ich nach dem Motto: Wenn mir ein Sound oder ein Teil des Liedes nicht gefällt, dann wird er sofort überarbeitet. Anfangs war ich bei den aggressiven Supersaws im Track unsicher, weil diese einen sehr kommerziellen Charakter mit sich bringen, aber am Ende brauchte der Song genau diesen Sound.
Solche Entscheidungen stehen in einer längeren Veröffentlichungsgeschichte. Zu SAMDMAs Stationen gehören Set About Music, Codex Recordings und Mainground Music. Bei „Hypnosis“ führt der Weg zu 1605 — und zu Umek, dessen Name schon im Gespräch über die Entstehung fällt. Auf die Frage nach dem Label antwortet Sam vor allem mit einer persönlichen Verbindung.
Wie ist der Kontakt zu 1605 entstanden, und wie kam es dazu, dass „Hypnosis“ dort erscheint?
Umek und ich sind gut befreundet und „Hypnosis“ ist der fünfte Song von mir, der auf 1605 erschienen ist.

Auf der Bühne trifft die Arbeit aus dem Studio auf ein Publikum. SAMDMAs treibender, dunkler Sound ist dort nicht nur zu spielen, sondern für ihn selbst noch einmal neu zu hören. Die Distanz zum eigenen Track beendet seine Zweifel offenbar nicht. Sie macht sogar Details hörbar, die er gern verändern würde.
Du stehst auch selbst hinter den Decks. Gab es einen Abend, nach dem du nach Hause gekommen bist und im Studio etwas anders machen wolltest?
Steile Frage. Ja, während jeder Show höre ich immer wieder winzige Details in meinen Songs, die ich gern ändern möchte oder lieber anders gemacht hätte. Der einzig wahre Weg, um konstant Musik zu veröffentlichen, ist, den Perfektionismus abzulegen.
Damit verschiebt sich das Gespräch vom fertigen Track zu dem, was nach seiner Veröffentlichung weitergeht: Shows, Reaktionen, Begegnungen. Nach einem prägenden Kontakt in Wien gefragt, nennt Sam keinen einzelnen Namen. Er spricht über seine Haltung gegenüber den Menschen, die ihm begegnen.
Wenn du an deinen Weg in der Wiener Szene denkst: Welche Begegnung hat dich besonders weitergebracht?
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Ich bemühe mich, bei jeder Begegnung professionell zu bleiben, aber ich nehme das Leben oft auch nicht zu ernst. Ich denke, jede Begegnung mit meinen Fans bringt mich weiter.
SAMDMA
