MORBIT EXILE.
Ecken und Kanten dürfen bleiben.
Georg von MORBIT EXILE über kreative Freiheit, langfristige Zusammenarbeit und den Moment, in dem eine Compilation ihren Weg zu FM4 fand.
Im Gespräch mit Georg · MORBIT EXILE
Neue Musik entdecken und gemeinsam mit Artists etwas Eigenständiges aufbauen: Darin liegt für Georg die Freude an MORBIT EXILE. Im Gespräch über das Wiener DIY-Label geht es um Produktionen mit Persönlichkeit, Vertrauen in der Zusammenarbeit und B-Seiten, die ihren eigenen Platz verdienen.
Einblicke in den Geschmack von MORBIT EXILE gibt die Label-Radioshow auf res.radio. Im Gespräch erzählt Georg außerdem, wie die Compilation „Morbit Exile 102“ zu einer unerwarteten Einladung zu FM4 führte. Fünf Fragen an den Labelalltag, schriftlich beantwortet von Georg und behutsam redigiert.
Unabhängig bleiben.
Ihr beschreibt MORBIT EXILE als DIY-Label. Was wolltet ihr beim Start selbst in die Hand nehmen? Gibt es eine Aufgabe, die ihr damals erst lernen musstet und heute richtig gern macht?
DIY bedeutet für uns, unabhängig zu bleiben und die Dinge so umzusetzen, wie wir sie uns vorstellen, ohne viel unnötigen Aufwand. Am liebsten machen wir die kreative Arbeit: neue Musik entdecken und gemeinsam mit Artists etwas Eigenständiges aufbauen. Genau darum geht es bei MORBIT EXILE: authentische Musik, kreative Freiheit und möglichst wenig Einschränkungen.
Persönlichkeit vor Trends.
Wenn du eine Veröffentlichung aus eurem Katalog herausgreifen würdest, an der man euren Geschmack gut kennenlernen kann: Welche wäre das, und was hat euch an dieser Musik überzeugt?
Schwer, eine einzelne Veröffentlichung herauszugreifen, die unseren Geschmack repräsentiert. Einen guten Einblick gibt aber unsere Label-Radioshow auf res.radio, die alle zwei Monate stattfindet und anschließend auf SoundCloud nachzuhören ist. Neben unterschiedlichen Mixes gibt es immer wieder reine Label-Mixes mit veröffentlichten Releases und manchmal auch unveröffentlichten Tracks. Da hört man ganz gut, was uns musikalisch interessiert und dass es uns weniger um einen bestimmten Sound als um eigenständige Musik mit Charakter geht.
Die Stücke müssen nicht glatt produziert sein, um zu überzeugen.
Vertrauen wächst mit.
Von DYAMUR und CZEKNOLOGY gibt es mehrere Veröffentlichungen bei euch. Wie verändert sich die Zusammenarbeit, wenn man über längere Zeit Musik miteinander herausbringt? Wo seid ihr als Label heute anders beteiligt als beim ersten Release?
Wenn man über längere Zeit zusammenarbeitet, entwickelt man ein Gefühl füreinander. Es geht weniger darum, jeden Schritt abzustimmen, sondern darum, die gemeinsame Richtung zu verstehen und die Musik ihren eigenen Weg gehen zu lassen. Wir wollen den Artists nichts aufdrücken, sondern ihre Vision unterstützen und ihnen eine Plattform für ihre Musik bieten. Vertrauen und künstlerische Freiheit sind dabei entscheidend.
Ein Platz für die B-Seite.
Bei „Morbit Exile Raw Cuts“ kommen verschiedene Artists zusammen. Wie habt ihr die Stücke dafür ausgewählt und zu einer gemeinsamen Veröffentlichung zusammengestellt?
Bei der Auswahl war uns wichtig, dass die Tracks roh und direkt klingen. Es geht dabei auch um Sideprojects der Artists und um B-Seiten, die vielleicht nicht im Mittelpunkt ihrer Hauptprojekte stehen, aber gerade deshalb ihren eigenen Charakter haben. Die Stücke müssen nicht glatt produziert sein, um zu überzeugen.
Über den eigenen Kreis hinaus.
Was passiert bei euch, nachdem ein Release draußen ist? Gibt es eine Begegnung oder Rückmeldung aus der Wiener Szene, aus der sich für euch oder einen Artist etwas Neues ergeben hat?
Ein besonderes Erlebnis war für uns die Veröffentlichung unserer Compilation „Morbit Exile 102“. Patrick Pulsinger wurde zufällig auf die Compilation aufmerksam und lud uns daraufhin zu einem Interview bei FM4 ein. Das hat uns natürlich sehr gefreut, weil es gezeigt hat, dass unsere Arbeit auch außerhalb unseres eigenen Umfelds wahrgenommen wird. Das Interview ist übrigens nach wie vor auf SoundCloud zu hören. Für uns war das ein besonderer Moment in der Geschichte von MORBIT EXILE.
MORBIT EXILE
Interview per E-Mail · Redaktion und Bildgestaltung: SCENE:ID. MORBIT EXILE (Logo) · Aufbereitet von SCENE:ID