News/News

Basel beantragt weitere vier Jahre Förderung für die Clubkultur

Der Regierungsrat will die Förderung bis 2030 fortsetzen. Eine kleine Befragung zeigt zugleich anhaltenden finanziellen Druck auf Betriebe der Nachtkultur.

Kuppel Basel: Konzertsaal / concert hall (Symbolbild / illustration)
Foto: Timon Christen / ModulwerkQuelle

Der Basler Regierungsrat beantragt, die Förderung von Populärmusik und Clubkultur von 2027 bis 2030 weiterzuführen. Über den Antrag entscheidet der Grosse Rat. Er folgt auf eine neue Befragung, in der viele teilnehmende Organisationen der Nachtkultur ihre finanzielle Lage als angespannt beschreiben, obwohl sie ihre Programme verlässlicher planen können.

Gemäss dem am 3. November veröffentlichten Antrag soll das Musikbüro Basel für die Förderung von Populärmusik und Clubkultur über vier Jahre 5’967’360 Franken erhalten. Hinzu kommen beantragte 320’000 Franken für die Clubinfrastruktur und 600’000 Franken für den Verein Kultur & Gastronomie, der mit der Nachtkultur zusammenarbeitet. Dessen Sachmittelbeitrag soll gegenüber der Vorperiode um 10’000 Franken pro Jahr sinken. Es handelt sich um Anträge an das Parlament; die Bewilligung steht noch aus.

Die geplante Fortsetzung betrifft einen breiteren Rahmen für Musik und Clubkultur. Davon zu unterscheiden ist eine bereits bekannt gegebene Runde der Programmförderung für 2027: Im Oktober teilte das Musikbüro Basel mit, dass neun Spielstätten und zwölf Veranstaltungsreihen für ihre Programme 2027 Beiträge erhalten. Zu den genannten Basler Lokalen gehören Basso und Kaschemme. Laut Musikbüro unterstützt die Förderung kuratierte Musikprogramme und soll die Arbeitsbedingungen in der Nachtkultur verbessern.

Der Clubbarometer 2026 zeigt, unter welchem Druck Organisationen in diesem Umfeld arbeiten. Die Forschungsfirma ConSense erhielt 24 ausgefüllte Fragebogen von Clubs, Veranstaltungsorten, Reihen und Bars, nachdem rund 100 Organisationen angeschrieben worden waren. Eine Organisation bezeichnete ihre Lage als stark defizitär, zehn weitere gaben an, nicht kostendeckend zu arbeiten. Weitere elf erreichten nach eigener Einschätzung die Kostendeckung, konnten aber keine Reserven bilden.

Die Zahlen haben Grenzen: Die Teilnahme war freiwillig, die Antworten sind statistisch nicht repräsentativ und erlauben laut Bericht keinen kausalen Nachweis für die Wirkung einzelner Fördermassnahmen. Zudem waren die Stichproben von 2025 und 2026 unterschiedlich zusammengesetzt. 2026 schätzten zwei Drittel der Befragten die Planungssicherheit für ihr Programm als eher oder sehr hoch ein; bei der finanziellen Planung war es weniger als ein Drittel.

Für die Basler elektronische Szene ist der Antrag relevant, weil ihre Clubs und Kollektive auf dieselben Räume, Teams und programmatischen Strukturen angewiesen sind wie die breitere lokale Live-Musikkultur. Als Nächstes befasst sich der Grosse Rat mit dem Antrag der Regierung. Erst dessen Entscheid legt den weiteren Förderrahmen fest.