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Zürichs Free-Rave-Szene grenzt sich nach Hardplatz-Krawallen von Gewalt ab

Mitglieder lokaler Kollektive verteidigen selbstorganisierte Freiräume und lehnen die Gewalt ab. Polizeidarstellung und Szeneperspektiven müssen getrennt betrachtet werden.

Damaged windscreen of a Zurich police vehicle in the official police photograph
Foto: Stadtpolizei Zürich; official photograph of a damaged police vehicle after the Hardplatz operation, 10–11 October 2026Quelle

Zürichs Free-Rave-Szene wehrt sich dagegen, mit der Gewalt am Hardplatz gleichgesetzt zu werden. In Interviews, die Tsüri am 19. Oktober veröffentlichte, lehnten drei Mitglieder lokaler Party-Kollektive die Ausschreitungen ab und verteidigten zugleich selbstorganisierte Freiräume.

Der Vorfall ereignete sich laut Stadtpolizei Zürich in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober. Nach ihrer Darstellung duldeten die Einsatzkräfte die Versammlung zunächst und griffen nach Meldungen über Schäden und Störungen ein. Die Polizei berichtete von Angriffen mit Flaschen, Steinen und Feuerwerk, einem verletzten Polizisten und beschädigten Fahrzeugen. Diese Angaben geben die polizeiliche Darstellung wieder; sie klären weder die Organisation der Party noch die individuelle Verantwortung.

Die von Tsüri befragten Personen beschrieben Musik, Gemeinschaft und Rücksicht als zentrale Werte ihrer eigenen Veranstaltungen. Sie blieben anonym und dürfen nicht als Organisatoren der Zusammenkunft am Hardplatz dargestellt werden. Ihre Sorge gilt möglichen Folgen für friedliche, nichtkommerzielle Partys.

Für die elektronische Kultur ist diese Unterscheidung wesentlich. Aus der Diskussion über einen einzelnen Polizeieinsatz kann eine grundsätzlichere Debatte darüber werden, wer die Stadt nachts nutzen darf. Werden alle informellen Zusammenkünfte gleichgesetzt, verschwinden Unterschiede zwischen Veranstaltenden, Publikum und den für Gewalt Verantwortlichen.

SCENE:ID meint: Raum für selbstorganisierte Musik zu erhalten und Gewalt ernst zu nehmen, sind vereinbare Anliegen. Entscheidend wären nun nachvollziehbare Ermittlungsergebnisse und konkrete Vorschläge mit Folgen für das Nachtleben. Bis dahin sollten Aussagen über Organisation, Motive oder künftige Einschränkungen klar von gesicherten Tatsachen getrennt bleiben.